Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilt, startete die Heuschnupfen-Saison 2026 rund fünf Wochen früher üblich. Tatsächlich konnten laut Bayerischem Gesundheitsministeriums erster Hasel- und Erlenpollenflug schon jetzt an allen acht Messstandorten des elektronischen Polleninformationsnetzwerks (ePIN) im Freistaat festgestellt werden. Auch deuten Messwerte darauf hin, dass die Frühblüher-Saison 2026 besonders heftig werden könnte.
Die Pollenallergie gehört zur häufigsten Form der Allergie. Nach Schätzungen sind allein in Bayern rund 1,4 Millionen Menschen davon betroffen. Tränende Augen, eine laufende oder verstopfte Nase – die Symptome erscheinen zunächst eher lästig als dramatisch. Davon sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen. „Betroffene sollten die Symptome ernst nehmen, denn Heuschnupfen ist keine harmlose Bagatellerkrankung“, betont Prof. Dr. Jörg Schelling, Allgemeinmediziner und Beauftragter für Wissenschaft und Forschung des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes. Wer den Verdacht hat, an einer Pollenallergie zu leiden, sollte sich an seine Hausärztin oder seinen Hausarzt wenden.
Unbehandelt verschlimmern sich bei der Hälfte der Betroffenen die Symptome. Zudem droht als Komplikation der so genannte „Etagenwechsel“, wenn sich die Allergie von den oberen Atemwegen auf die unteren Atemwege ausbreitet. Bei Kontakt mit dem Allergie-Auslöser ziehen sich dann auch die Bronchien in der Lunge krampfartig zusammen, was asthmatische Beschwerden verursacht.
„Deshalb ist es wichtig, die allergischen Beschwerden frühzeitig zu erkennen und zu therapieren“, empfiehlt Prof. Dr. Schelling. Allergietests werden von zum Beispiel von Hausärztinnen und -Ärzten mit der Zusatzbezeichnung Allergologie angeboten. Eine große Rolle bei der Therapie spielen Medikamente, die die irregeleitete Immunantwort bremsen. „Man kann aber auch eine Hyposensibilisierung in Erwägung ziehen, bei der das schrittweise Immunsystem an die Allergieauslöser gewöhnt wird“, sagt der Experte.
Diese Behandlung, die über regelmäßige Spritzen, durch Tropfen oder durch Tabletten erfolgt, ist bislang die einzige Therapie, die die Ursache der Allergie und nicht nur die Symptome bekämpft. Damit lässt sich die Krankheit bei bis zu 70 Prozent der Fälle so weit zurückdrängen, dass sie beschwerdefrei leben können.
Pollen-Allergiker in Bayern können sich über kostenlose ePIN Bayern App des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Echtzeit-Daten zur Pollenbelastung an acht bayerischen Standorten informieren. Außerdem bietet die App ein persönliches Allergie-Management durch ein integriertes Pollentagebuch, in dem individuelle Symptome mit der aktuellen Messlage verglichen werden können.