Auch wenn immer noch von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) die Rede ist, sollte man sich nicht täuschen lassen: Die hauptsächlich durch Zeckenstiche übertragene Virusinfektion kann man sich inzwischen ganzjährig einfangen, zum Beispiel auch an milden Wintertagen. Allerdings sind Zecken besonders aktiv im Frühjahr und Sommer, sodass dann die meisten FSME-Infektionen zu verzeichnen sind.
Vor allem für Menschen, die sich gerne und oft in freier Natur aufhalten, wäre jetzt, bevor die Temperaturen wieder steigen, ein guter Zeitpunkt, sich impfen zu lassen. „Drei Impfungen sind nötig zur Grundimmunisierung“, erläutert Hausärztin Dr. Petra Reis-Berkowicz. „Die zweite Impfung sollte man sich einen bis drei Monate nach der ersten Impfung geben lassen, die dritte Impfung fünf bis 12 Monate nach der zweiten.“
Will man schneller einen Impfschutz gegen FSME aufbauen, weil beispielsweise eine Reise in ein Hochrisiko-Gebiet ansteht, gibt es auch die Möglichkeit, ein „Schnell-Impfschema“ zu nutzen: „Dabei wird die zweite Impfdosis sieben Tage nach der ersten und die dritte Impfdosis 21 Tage nach der ersten verabreicht“, erklärt die Hausärztin.
Um den Impfschutz aufrecht zu erhalten, sind Auffrischimpfungen notwendig. „Die erste Auffrischimpfung ist drei Jahre nach der Grundimmunisierung fällig; wurde das Schnell-Impfschema angewandt, bereits nach einem Jahr. Danach sind die intervalle altersabhängig: Bis 60 genügt eine Auffrischung alle fünf Jahre, für über 60-Jährige wird eine Auffrischimpfung alle drei Jahre empfohlen“, so Dr. Reis-Berkowicz.
Wenn Sie nicht sicher sind, ob und wann Sie wieder eine FSME-Impfung benötigen, wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt. Die regelmäßige Gesundheitsuntersuchung, auf die Sie alle drei Jahre Anspruch haben – wenn Sie am Hausarztmodell Ihrer Krankenkasse teilnehmen, sogar alle zwei Jahre - , ist eine gute Gelegenheit, den Impfschutz gleich mit überprüfen zu lassen.