Abnehmen mit der „Pille“: Eine gute Idee?

Die sogenannte Abnehmspritze wurde in Deutschland vor drei Jahren zugelassen. Seit dem 1. September gibt es sie nun auch als Tablette.

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Viele Online-Anbieter werben momentan massiv um die „Abnehmpille“. Jedoch ist Vorsicht geboten: Das verschreibungspflichtige Medikament hat, wie viele andere Arzneimittel auch, möglicherweise Nebenwirkungen und ist in der Regel nur für Patienten geeignet, die einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30 haben, also unter starkem Übergewicht leiden. Zudem muss die Einnahme nach strengen Regeln erfolgen: Sie wird einmal täglich auf nüchternen Magen eingenommen; danach muss eine bestimmte Zeit gewartet werden, bevor gegessen oder getrunken wird oder andere Medikamente eingenommen werden. Und, auch wenn es schwerfällt: Eine medikamentöse Behandlung sollte immer mit einer Veränderung des Lebensstils einhergehen – also vor allem mit einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr Bewegung.

Der Werbung für die Abnehmpille von Online-Anbietern sollten Sie mit gesunder Skepsis begegnen. Die Anzeigen erwecken häufig den Eindruck, es würde sich um eine Art Lifestyle-Produkt handeln, um schnell mal ein paar Kilos abzunehmen. Entscheiden Sie besser nicht auf eigene Faust, ob ein solches Medikament für Sie geeignet ist, sondern sprechen Sie lieber mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt darüber. Da Sie in „Ihrer“ Praxis gut bekannt sind, lässt sich dort am besten klären, welche Behandlung zu Ihnen passt und welche Vor- und Nachteile ein Medikament zur Gewichtsabnahme für Sie persönlich hat.

Übrigens: Durch die Teilnahme am Hausarztprogramm, auch Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) genannt, wird diese besondere Beziehung noch gestärkt. Denn damit haben Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt als ersten Ansprechpartner in allen Gesundheitsfragen gewählt, der den Überblick behält und Ihnen die optimale Versorgung bieten kann.