Aktuell plant die Bundesregierung ein Spargesetz in der gesetzlichen Krankenversicherung, das auch Kürzungen in Ihrer hausärztlichen Versorgung vorsieht. Zwei der vorgesehenen Maßnahmen würden die Hausarztpraxen besonders hart treffen:
- Die für die hausärztliche Versorgung und das Bestehen vieler Hausarztpraxen sehr wichtigen Hausarztverträge – auch Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) oder Hausarztprogramm genannt – sollen finanziell eingeschränkt werden.
- Zur Stärkung der Hausarztpraxen wurde im vergangenen Jahr beschlossen, dass Hausärztinnen und Hausärzte alle Leistungen in der Patientenversorgung vollständig vergütet bekommen – eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Diese so genannte Entbudgetierung soll nun in Teilen wieder zurückgenommen werden.
Wie würden sich die geplanten Kürzungen auf die Hausarztpraxen auswirken?
Mit dem demographischen Wandel und der steigenden Zahl chronischer Erkrankungen wächst auch der Versorgungsdruck in den Hausarztpraxen. Immer mehr Patientinnen und Patienten müssen in immer weniger Arztzeit hochwertig versorgt werden. Gleichzeitig sehen sich die Praxen wachsenden Kosten für Energie, Miete, aber vor allem auch für das Praxispersonal gegenüber. Gerade ein gut aufgestelltes Praxisteam ist aber essenziell, um die Behandlung der vielen neuen Patientinnen und Patienten auch künftig stemmen zu können.
Das Spargesetz könnte diese angespannte Situation nun auf einen Schlag noch einmal deutlich verschärfen. Sollten die Maßnahmen wie geplant kommen, werden viele Praxen nicht mehr die notwendigen Investitionen in Personal und Praxis stemmen können - mit schlimmen Folgen für Versorgung, Termine und Wartezeiten. Viele Hausärztinnen und Hausärzte, die trotz höheren Alters noch weiterarbeiten wollten, zweifeln angesichts der Sparmaßnahmen zudem daran, ob sich ein Weitermachen für sie überhaupt noch lohnt. Auch hier hätte ein Wegbrechen schwere Auswirkungen für die Vor-Ort-Versorgung der Patientinnen und Patienten.
Wie können Sie den Protest der Hausärztinnen und Hausärzte unterstützen?
Noch ist das Gesetzgebungsverfahren allerdings nicht abgeschlossen – Änderungen sind also noch möglich. Deshalb können Sie jetzt dazu beitragen, dass die Stimme der Hausärztinnen und Hausärzte sowie ihrer Patientinnen und Patienten in der Politik gehört wird.
Unterstützen Sie die bundesweite Aktion „Hausarztpraxen retten!“ und wenden Sie sich an die Bundestagsabgeordneten Ihres Wahlkreises. Auf der Aktionsseite www.hausarztpraxen-retten.de können Sie mit wenigen Klicks eine Nachricht an Ihre Bundestagsabgeordneten senden und deutlich machen, wie wichtig Ihnen eine starke, wohnortnahe hausärztliche Versorgung ist.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!