Heiße Tage, volle Kanne trinken

Jetzt im Hochsommer müssen wir alle besonders darauf achten, dass wir genügend trinken.

Bei hohen Temperaturen bloß nicht austrocknen - eine einfache Trinkroutine hilft dabei. (Foto: adobe/liz. BHÄV)

Haben Sie heute schon genug getrunken? Machen Sie doch mal den Test: Einfach die Haut auf dem Handrücken oder am Unterarm zwischen Daumen und Zeigefinger zusammenkneifen.  Bleibt die Hautfalte nach dem Loslassen stehen, ist das ein Warnsignal für Flüssigkeitsmangel.

„Sollte das der Fall sein, müssen sie dringend etwas trinken“, rät die Hausärztin Dr. Petra Reis-Berkowicz. Denn Austrocknung verträgt unser Körper überhaupt nicht gut. In leichteren Fällen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Schwindel typische Beschwerden. Bei stärkerer Dehydrierung können Verwirrtheit, Herzrasen oder Muskelkrämpfe auftreten. Das Ganze kann bei schwerer Austrocknung sogar lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.

„Das kommt gar nicht so selten vor“, sagt Dr. Petra Reis-Berkowicz. In den vergangenen Wochen habe sie in ihrer Praxis im fränkischen Gefrees eine ganze Reihe von Patientinnen und Patienten behandelt, die Anzeichen schwerster Austrocknung gezeigt hätten.  Das ging auch in den ersten kühleren Tagen so weiter, berichtet sie.

Um den Flüssigkeitsbedarf zu decken, muss eine erwachsene Person mindestens 1,5 Liter trinken.  Bei sommerlichen Temperaturen und viel Bewegung kann der Bedarf schnell auf das Doppelte der gewöhnlichen Flüssigkeitsmenge steigen. „Bei den meisten gesunden Menschen ist das eigene Durstgefühl ein guter Anhaltspunkt. Dennoch ist es sinnvoll, wenn Sie sich eine Trinkroutine angewöhnen“, rät Dr. Petra Reis-Berkowicz.

Dazu ein paar Tipps:

  • Z.B. schon morgens vor dem Frühstück ein Glas Wasser zu sich nehmen.
  • Alle ein bis zwei Stunden daraus ein Glas trinken.
  • Eine Karaffe mit Wasser oder Schorle in Reichweite gut sichtbar hinstellen
  • Empfehlenswert sind auch lauwarme Tees. Eiskalte Getränke eher nicht. Sie können Magenbeschwerden verursachen. Alkohol ist auch keine gute Idee, da dieser die Gefäße erweitert und den Kreislauf bei Hitze zusätzlich belastet.  Außerdem wird für den Abbau von Alkohol im Blut Flüssigkeit verbraucht.

Achten Sie bitte auch auf ihre Mitmenschen. Denn mit zunehmendem Alter nimmt das Durstgefühl ab. Deshalb trinken ältere Menschen häufig zu wenig oder vergessen das Trinken schlichtweg. Da kann es schon ausreichen, wenn Familie, Freunde oder Bekannte Sie regelmäßig anrufen und zum Trinken motivieren. Persönlicher Kontakt ist noch besser, um Anzeichen wie trockene Haut, rissige Lippen oder Benommenheit zu erkennen. „Auch bei Kindern sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sie genug trinken“, betont Dr. Reis-Berkowicz. Denn auch sie gehören zu den Risikogruppen, die von Flüssigkeitsverlust besonders bedroht sind. Wer noch alles dazugehört, können Sie in einer Übersicht erfahren, die das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auf seiner Internetseite bereitgestellt.

Bei einigen Krankheiten, wie Herzschwäche, ist es zudem ratsam, die Trinkmenge mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt zu besprechen. Das gilt auch, wenn Sie Medikamente nehmen. Denn einige davon können den Flüssigkeitsverlust verstärken. Ein Beispiel sind bestimmte Blutdruckmittel.  Auf keinen Fall sollte man sie auf eigene Faust reduzieren oder die Einnahme einstellen. Da Hausärztinnen und Hausärzte ihre Patientinnen und Patienten meist schon sehr lange kennen, wissen Sie auch über ihren Gesundheitszustand Bescheid und können für Sie einen Medikationsplan für heiße Tage erstellen.

Mit der Teilnahme am Hausarztprogramm HZV unterstützen sie diese vertrauensvolle Beziehung zu Ihrer hausärztlichen Praxis, die nicht nur beim Hitzeschutz, sondern auch bei anderen Präventionsleistungen so viel mehr leisten kann als die Regelversorgung.

Außerdem tragen Sie dazu bei, dass diese hochwertige hausärztliche Versorgung in ihrer Nähe auch in Zukunft erhalten bleibt. Falls Sie also noch nicht im HZV-Programm Ihrer Kasse eingeschrieben sind, fragen Sie beim nächsten Besuch in ihrer hausärztlichen Praxis einfach nach.