Impfen ist Vertrauenssache. Nicht zufällig gelten Hausärztinnen und Hausärzte in Deutschland als die wichtigste Vertrauensinstanz beim Thema Grippeimpfung. Letztes Jahr haben sie insgesamt rund 40 Millionen Schutzimpfungen durchgeführt. Darunter knapp 10,7 Millionen Grippeimpfungen.
Denn auch bei der Grippeimpfung geht es um mehr als nur einen schnellen Pieks. Medizinische Sorgfalt und individuelle Beratung sind wichtig. Hausärztinnen und Hausärzte kennen die Krankengeschichte, Vorerkrankungen und Medikamente ihrer Patientinnen und Patienten. So können sie den Impfschutz individuell planen und den geeigneten Impfstoff auswählen. Denn Grippeimpfstoff ist nicht gleich Grippeimpfstoff: Für Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) beispielsweise spezielle Hochdosis- oder adjuvantierte Influenzaimpfstoffe. Auch bei Schwangeren oder chronisch Erkrankten gilt es, individuelle Besonderheiten zu berücksichtigen.
Dazu Prof. Dr. Jörg Schelling, niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin in Martinsried sowie Vorstandsbeauftragter für Forschung und Lehre beim Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverband: „Die meisten Nebenwirkungen, wie Hautrötungen oder Fieber, sind harmlos und vergehen nach ein paar Tagen. Wichtig ist es aber, den Patienten und dessen Vorerkrankungen zu kennen, um auch ein äußerst geringes Risiko bestmöglich auszuschließen. Deshalb kann ich nur raten, sich in einer Hausarztpraxis impfen zu lassen. Wir Hausärztinnen und Hausärzte sind die Experten, wenn es ums Impfen geht.“
Ein weiterer Vorteil: Die Grippeimpfung ist eine gute Gelegenheit, den gesamten Impfstatus überprüfen zu lassen. Anhand des Impfpasses und der Patientendaten können Hausärztinnen und Hausärzte feststellen, welche Auffrischungen oder zusätzlichen Schutzimpfungen, etwa gegen Pneumokokken, Gürtelrose, COVID-19 oder RSV, sinnvoll sind. Einige Impfungen lassen sich bei entsprechender Indikation auch gleichzeitig mit der Grippeimpfung verabreichen. Das erspart zusätzliche Termine und erleichtert einen umfassenden Impfschutz.
Digitales, strukturiertes Impfmanagement unterstützt die Hausarztpraxis zusätzlich dabei, Impflücken systematisch zu erkennen, fällige Impfungen im Blick zu behalten und rechtzeitig an Auffrischungen zu erinnern. So wird aus einem einzelnen Impftermin eine kontinuierliche, vorausschauende Impfvorsorge.
Wer an der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) teilnimmt, profitiert von dieser kontinuierlichen Betreuung besonders. Die HZV ist ein freiwilliges Primärarztsystem, bei dem sich Patientinnen und Patienten für mindestens ein Jahr an eine Hausarztpraxis ihres Vertrauens binden. Als zentrale Ansprechpartner kennen Hausärztinnen und Hausärzte ihre Patientinnen und Patienten und können deren Impfstatus langfristig begleiten. Unterstützt durch digitales Impfmanagement lässt sich der individuelle Impfschutz regelmäßig überprüfen und gezielt vervollständigen. Gerade für ältere und chronisch erkrankte Menschen ist das ein wichtiger Vorteil.
Falls Sie noch nicht am HZV-Programm Ihrer Kasse teilnehmen, fragen Sie beim nächsten Besuch in Ihrer hausärztlichen Praxis einfach nach.