Sommerinfekte vermeiden: Was hilft wirklich?

Die Sommergrippe kann die Ferientage echt vermiesen. Wie man sich schützen kann und wann man besser in der hausärztlichen Praxis nachfragen sollte.

Wenn Sie sich gerade mit Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen herumplagen, haben Sie sich höchstwahrscheinlich ein paar Enteroviren eingefangen. (Foto: adobe/liz.BHÄV)

Sie plagen sich gerade mit Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen? Dann haben Sie sich höchstwahrscheinlich eine Sommergrippe eingefangen. Das ist eigentlich eine gute Nachricht. Denn im Vergleich mit einer „echten Grippe“ ist die so genannte „Sommergrippe“ ziemlich harmlos.

Tatsächlich ist aber schon allein der Begriff „Sommergrippe“ zwar sehr verbreitet, medizinisch aber nicht korrekt. Dazu der Hausarzt und Impfexperte Prof. Dr. Jörg Schelling: „Eine echte Grippe, also Influenza, ist im Sommer eher selten. Was jetzt häufig auftritt, sind Infekte mit anderen Viren. Diese können zwar zu grippeähnlichen Symptomen führen, sind aber nicht von Influenza-Viren verursacht“.

Im Fall der „Sommergrippe“ sind es vor allem Infektionen mit Enteroviren, von denen es über 100 Arten gibt. „Deshalb haben wir auch - anders als bei der echten Grippe - keine Impfung dagegen“, erklärt Prof. Dr. Schelling.

Übertragen werden Enteroviren zumeist über Tröpfchen- aber auch Schmierinfektionen. Also durch Husten, Niesen oder durch Kontakt mit verunreinigten Gegenständen (Griffe, Türklinken, Telefonhörer etc). Das Problem: Diese Übeltäter können praktisch überall lauern. Das Gute: Schon allein durch einfache Hygiene-Maßnahmen kann man sich schützen. „Häufiges Händewaschen, nicht an Mund und Nase fassen sowie das gründliche Abwaschen von Lebensmitteln hilft schon sehr gut“, sagt der Hausarzt.

Auch ein starkes Immunsystem schützt vor der Infektion. Doch gerade jetzt im Sommer steht es schon allein durch Hitze, Flüssigkeitsverlust und schlechten Schlaf unter Stress. Auch Klimaanlagen können Infekte begünstigen. Das hat nichts mit der Kälte zu tun, sondern mit der trockenen Luft, die aus den Geräten strömt. Wenn Schleimhäute in Nase und Mund austrocknen, können Krankheitserreger leichter eindringen.

Durch Enteroviren verursachte Erkrankungen verlaufen meist als milde Erkältung. Sie können aber auch als schwerer grippaler Infekt auftreten. Typisch sind auch Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen, ein nicht juckender Haut-Ausschlag oder wunde Stellen im Mund.

Da es kein Medikament gibt, das gegen die Infektion wirkt, beschränkt sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome. Meist helfen Hausmittel wie sie auch bei gewöhnlichen Erkältungen zum Einsatz kommen. „Sich schonen, viel trinken und dem Körper Zeit zur Erholung geben“, empfiehlt Prof. Dr. Schelling.

Wenn allerdings hohes Fieber dazukommt, die Beschwerden ungewöhnlich stark sind oder nach einigen Tagen keine Besserung eintritt, sollte man die hausärztliche Praxis kontaktieren. Das gilt ebenso, wenn andere Erkrankungen vorliegen. Da Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt Sie gut kennen, können sie den Behandlungsbedarf gut einschätzen.

Durch die Teilnahme am Hausarztprogramm, auch Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) genannt, wird diese besondere Beziehung noch gestärkt. Denn damit haben Sie Ihren Hausarzt als ersten Ansprechpartner in allen Gesundheitsfragen gewählt, der den Überblick behält und Ihnen die optimale Versorgung bieten kann.

Fragen Sie beim nächsten Besuch in ihrer hausärztlichen Praxis einfach nach den vielen Vorteilen, die das HZV-Programm für Patienten zu bieten hat. Durch Ihre Teilnahme tragen Sie außerdem dazu bei, dass diese hochwertige hausärztliche Versorgung in ihrer Nähe auch in Zukunft erhalten bleibt!