Zecken lauern auch im Herbst

Im Frühling und Sommer sind Zecken besonders aktiv. Das bedeutet aber nicht, dass die Gefahr jetzt vorbei ist.

Auch im Herbst lauern Zecken noch in Wäldern und Wiesen (Foto: adobe/liz. BHÄV).

Eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im Herbst? Die Gefahr besteht durchaus: Zecken, die diese gefährliche Erkrankung durch ihren Stich übertragen können, seien das ganze Jahr über zu finden, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI). „Die größte Aktivität findet sich aber meist im Frühling und Herbst.“

Also keine Entwarnung, besonders nicht an warmen und sonnigen Herbsttagen. Selbst im Winter können laut RKI bei milder Witterung FSME und die ebenfalls durch Zecken übertragene Borreliose vereinzelt auftreten. Die bekannten Vorsichtsmaßnahmen wie geschlossene Kleidung tragen und das gründliche Absuchen des Körpers nach einem Aufenthalt in Wald und Wiese empfehlen sich also auch jetzt.

Einstich-Stelle im Auge behalten!

Und wenn doch eine Zecke zugestochen hat? Dann sollte das Spinnentier vorsichtig mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange entfernt werden. Wichtig ist, die Zecke direkt an der Hautoberfläche an ihrem Mundwerkzeug zu greifen, um sie ganz herausziehen zu können. Danach sollte die Einstichstelle desinfiziert und für die nächsten Tage im Auge behalten werden. „Wenn sich eine Rötung bildet, die länger als sieben bis zehn Tage bestehen bleibt, sollte man seine Hausärztin beziehungsweise seinen Hausarzt aufsuchen“, rät Prof. Dr. Jörg Schelling, niedergelassener Hausarzt und Impfexperte. „Wenn die Rötung am Rand erhalten bleibt und zum Zentrum hin blässer wird, kann das ein Hinweis auf eine Borreliose-Infektion sein, die behandelt werden muss“, warnt er.

Eine Impfung gegen Borreliose – „auf die warten wir schon seit vielen Jahren“, so Prof. Schelling -  gibt es noch nicht. Wohl aber gegen FSME, und die sollte man auch nutzen, so der Rat des Experten. Denn anders als Borreliose finden sich nach einer FSME-Übertragung keine Anzeichen an der Einstichstelle. „Einmal eingedrungen, kann das Virus durch die Blutbahnen auch zu Nerven und Hirn wandern und zu einer lebensgefährlichen Erkrankung führen. Die Symptome treten meist verzögert auf und sind eher unspezifisch, sodass die FSME oft gar nicht gleich erkannt wird“, erklärt der Hausarzt.

FSME-Impfung noch im Herbst? Auf jeden Fall!

Auch wenn die Zeckenaktivität zum Winter hin abnimmt, hält Prof. Schelling es für sinnvoll, sich im Herbst noch impfen zu lassen. Denn für den vollständigen Schutz werden je nach Impfstoff zwei bis drei Impfungen benötigt. „Das nächste Frühjahr kommt bestimmt. Und wer jetzt im Oktober mit der FSME-Immunisierung beginnt, kann gut geschützt die nächsten warmen Frühlingstage im Freien genießen.“

Übrigens: Als Teilnehmer/in an der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV), auch bekannt als Hausarztprogramm, haben Sie im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung alle zwei Jahre, bei einigen Krankenkassen sogar jährlich, Anspruch auf eine Überprüfung des Impfstatus. Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt wird Sie dann auch auf eventuell fällige Auffrischimpfungen hinweisen – so sind Sie immer bestmöglich geschützt!